Eine Praxisanleitende erklärt das Vorgehen 3 Auszubildenden

Strukturiert anleiten – Sicherheit geben: Das SAFE-Konzept im Überblick

Am Universitätsklinikum Münster entstand ein Konzept, das auf eine grundlegende Herausforderung reagiert:
Wie gelingt Praxisanleitung so, dass Lernende über alle Einsätze hinweg verlässlich, strukturiert und vergleichbar begleitet werden?

Die Ausgangslage kennen viele Einrichtungen:
Obwohl die Anleitungszeit gesetzlich geregelt ist, wird sie im Alltag sehr unterschiedlich umgesetzt. Mancher Lernende erlebt engmaschige Begleitung, andere finden sich weitgehend selbst zurecht – teils innerhalb derselben Station.

  • gesetzliche Vorgaben des Pflegeberufegesetzes und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung
  • der interne Ausbildungsplan
  • definierte Anleitungsanteile (insbesondere die Kombination aus 1:1- und 1:5-Formaten)

DOC – Day of Care
Lernende begleiten die Praxisanleitenden eng und erleben pflegerische Versorgung als durchgehenden Prozess. Beobachten, Mitdenken, erste Schritte übernehmen – strukturiert und begleitet.

DIY – Do it yourself
Die Lernenden übernehmen – dem Kompetenzstand entsprechend – zunehmend Aufgaben selbst. Die Praxisanleitung beobachtet, unterstützt und reflektiert mit ihnen den Lernprozess.

Mix it!
Kleine Lerneinheiten (2–4 Stunden) zu individuell gewählten Schwerpunkten. Flexibel, bedarfsorientiert und ideal, um Theorie und Praxis zu verbinden.

All inclusive
Tage für einen erweiterten Blick über die Station hinaus. Dazu gehören unter anderem Einheiten zur Patientensicherheit, Einblicke in andere Berufsgruppen oder kollegiale Beratung.

VIP – Very Important Pflegediagnostik
Pflegediagnostik und Pflegeplanung im Fokus: Situationen analysieren, Prioritäten setzen, Entscheidungen begründen. Die Bausteine bauen über die drei Ausbildungsjahre aufeinander auf.

  • wiederkehrende, klar definierte Lerneinheiten zur Verfügung stellt
  • Vergleichbarkeit und Verlässlichkeit für alle Lernenden schafft
  • Planbarkeit für Praxisanleitende erhöht
  • Rollen und Zuständigkeiten eindeutig klärt
  • Pflegeprozesse sichtbar macht, statt punktuelle Tätigkeiten zu vermitteln
  • Tagesstrukturen bietet, die unabhängig von Station oder Team funktionieren

Die zentrale Erkenntnis:
Struktur schafft Freiheit – und ermöglicht Qualität, auch unter anspruchsvollen Bedingungen.