Ein Auszubildender spendeteiner älteren Patientin Trost.

Lernen sichtbar gestalten – mit der Praxisanleitungsmethode (PAM)

Später, im Dienstzimmer, fragt ihn seine Praxisanleiterin:
„Was hat dich in dem Moment geleitet?“
Jonas überlegt: „Ich war unsicher – aber ich wollte, dass sie merkt, dass ich da bin.“

Sie nickt: „Das war professionelle Empathie – ein wichtiger Schritt in deiner Entwicklung.“

Genau hier setzt die Praxisanleitungsmethode (PAM) an.
Sie wurde von Veronika Anselmann entwickelt und beschreibt, wie Anleitung systematisch gestaltet werden kann – Schritt für Schritt, von der Planung bis zur Auswertung.

Die PAM stärkt nicht nur Lernende, sondern auch Anleitende.
Sie gibt Orientierung, fördert Dialog und schafft eine gemeinsame Sprache für Lernprozesse.

In der Praxis bedeutet das:

  • Lernende wissen, wo sie stehen und was sie erreichen sollen.
  • Praxisanleiter:innen handeln strukturiert und reflektiert.
  • Feedback wird Teil des Lernens, nicht bloß Kontrolle.
  • Kompetenzentwicklung wird planbar, sichtbar und nachvollziehbar.

Damit wird Praxisanleitung vom Zufallsprodukt zur professionellen Lernbegleitung.

  1. Planen: Lernziele klären, Ressourcen prüfen, Rahmenbedingungen schaffen.
  2. Vormachen & Beobachten: Handlung demonstrieren, Überlegungen laut aussprechen, Beobachtungsaufträge geben.
  3. Üben: Lernende führen die Handlung selbst durch, Praxisanleitende begleiten und coachen.
  4. Betreuen: Unterstützen, Sicherheit geben und schrittweise Verantwortung übergeben.
  5. Reflektieren: Erfahrungen besprechen – was gelang, was war schwierig, was bleibt offen?
  6. Explorieren: Gelerntes in neue Kontexte übertragen, selbstständiges Denken fördern.
  7. Bewerten: Lernfortschritte sichtbar machen, Feedback geben, Entwicklung dokumentieren.

Das bedeutet:

  • Anleitung muss planbar im Dienstplan verankert sein.
  • Praxisanleitende benötigen Zeit für Vorbereitung und Nachgespräch.
  • Feedback und Reflexion sind Teamaufgaben, keine Einzelaktionen.
  • Kooperation mit Schulen ist entscheidend, um Lernziele abzustimmen.