Auszubildender füllt sein E-Portfolio aus und eine Praxisanleiterin beobachtet ihn dabei

Digital begleiten – Lernen sichtbar machen mit dem E-Portfolio

Statt lose Zettel und handschriftliche Notizen:

→ Ein digitaler Raum, in dem Lernende Erfahrungen festhalten, Ziele formulieren und Fortschritte sichtbar machen.

→ Ein gemeinsames Werkzeug für Lernende, Praxisanleitende und Schule.

Digitale Portfolios fördern die Selbststeuerung, weil Lernende aktiv auswählen, was sie dokumentieren und reflektieren möchten.
Gleichzeitig bieten sie Praxisanleitenden die Möglichkeit, Feedback zeitnah und ortsunabhängig zu geben.

In der Praxis bedeutet das:

  • Lernende werden Autor:innen ihres Lernens.
  • Praxisanleiter:innen sehen Entwicklung über Wochen und Einsätze hinweg.
  • Schulen können Lernfortschritte gezielt aufgreifen.

Drei erprobte Umsetzungswege:

Lernplattform-Integration:
Viele Pflegeschulen nutzen Moodle, ILIAS oder MS Teams. Hier lassen sich Portfolio-Vorlagen (z. B. Lernziele, Reflexionsfragen, Beurteilungsbögen) direkt digital ausfüllen und kommentieren.

Tablet-basierte Apps:
Tools wie Mahara, OneNote oder Padlet ermöglichen eine strukturierte Dokumentation mit Texten, Fotos und Videos.
Praxisanleiter:innen können Feedback über Freigaben oder Kommentarspalten einfügen.

Ein gelungenes Beispiel, wie Lernprozesse strukturiert begleitet und dokumentiert werden können, liefert das Universitätsklinikum Düsseldorf mit seinem Konzept „kompetent pflegen lernen“.
Hier wird die gesamte praktische Ausbildung durch ein digitales Ausbildungsnachweissystem gesteuert.

Das System verbindet:

  • Praxisanleitung, Ausbildungsgespräche und Kompetenzentwicklung,
  • klare Formularstrukturen für Orientierung, Entwicklung und Evaluation,
  • sowie die Verknüpfung von Theorieinhalten und praktischen Lernzielen in einer digitalen Kompetenzmatrix.

Jede Praxisanleitung wird hier dokumentiert, reflektiert und mit Lernempfehlungen ergänzt – ein Ansatz, der sich direkt in E-Portfolio-Strukturen überführen lässt.
Das UKD zeigt damit exemplarisch, wie Digitalisierung Lernprozesse nicht ersetzt, sondern sichtbar, nachvollziehbar und vernetzter macht.

Schritt 1: Im Einführungsgespräch gemeinsam festlegen, welche Lernziele dokumentiert werden.

Schritt 2: Praxisanleiter:in gibt gezielte Reflexionsimpulse („Welche Situation hat Sie herausgefordert?“).

Schritt 3: Wöchentlich 10 Minuten Portfolio-Zeit fest im Dienstplan verankern.

Schritt 4: Rückmeldung nicht nur schriftlich – auch als Sprachnotiz oder kurzer Videokommentar möglich.

Ein digitales Portfolio funktioniert nur, wenn es strukturell gewollt ist:

  • Zeitfenster für Portfolioarbeit müssen eingeplant werden.
  • Geräte und Zugänge müssen bereitstehen.
  • Datenschutz und pädagogisches Ziel müssen geklärt sein.

Führungskräfte sollten es nicht als zusätzliche Dokumentationslast, sondern als Instrument der Lernqualität verstehen.