Auszubildende und Praxisanleitung beim Gallery Walk

Der Gallery Walk – Lernen auf dem Flur

Genau diese Übergänge eignen sich für etwas, das im Pflegealltag oft zu kurz kommt: gemeinsames, sichtbares, strukturiertes Lernen.
Der Gallery Walk nutzt genau dieses Potenzial – und macht einen ganz normalen Stationsflur zu einem Lernort.

Typische Merkmale einer gelungenen Umsetzung:

  • ein realer Patient mit komplexem Pflegebedarf
  • klare Analysegrundlage (z. B. ABEDLs)
  • Einzelarbeiten, keine Gruppenprodukte
  • analoge oder digitale Exponate (Poster, QR-Codes, Diagramme)
  • feste Präsentationsfläche im Flur oder Besprechungsraum
  • anschließende Reflexion im Team oder in der Ausbildungsgruppe

Die Analyse beruht auf realen Beobachtungen, Dokumentation, Gesprächen und Pflegesituationen.
Das schafft Relevanz – und Verbindlichkeit.

Jede Person wählt eine Maßnahme, die für diesen Patienten bedeutsam ist:
Verbandswechsel, Blutzucker, Infusion, Mobilisation, Basale Stimulation.

Eine Maßnahme. Eine Darstellung. Ein klarer fachlicher Fokus.

Alle arbeiten getrennt, präsentieren aber gemeinsam.
So entsteht Vielfalt ohne Konkurrenzdruck.

Ein gutes Exponat zeigt Abläufe, Prioritäten, Begründungen – Struktur schlägt Masse.

Wenn die Exponate hängen, passiert etwas Bemerkenswertes:
Pflegefachpersonen, Auszubildende und Praxisanleitende sehen denselben Patienten – und entdecken unterschiedliche Perspektiven.

Der eigentliche Lerneffekt entsteht nicht beim Basteln, sondern im Vergleich:

Warum priorisiert jemand anderes anders?

Welche Risiken wurden übersehen?

Welche Begründungen überzeugen?

  1. Ein klar definierter Rahmen
    Zeitvorgabe, Material, Erwartung an Tiefe und Umfang.
  2. Echte pflegerische Relevanz
    Kein theoretisches Thema, sondern eine spürbare Herausforderung aus dem Alltag.
  3. Ergebnisoffene Reflexion
    Kein „richtig/falsch“.
    Sondern: Wie denke ich als Pflegefachperson?
  4. Dokumentation für die Lernentwicklung
    Fotos, Notizen, kurze Reflexionen – sichtbar im Portfolio.
  5. Niederschwellige Umsetzung
    Ein Flur genügt.
    Ein Besprechungsraum.
    Oder ein digitales Whiteboard.
  6. Wertschätzung der individuellen Leistung
    Jede Person trägt ein eigenes Ergebnis bei – ein wichtiges Element professioneller Identitätsbildung.
  • Er schafft strukturierte Anleitung, auch wenn Zeit knapp ist
  • Er zeigt pflegerische Denkwege, nicht nur Ergebnisse
  • Er fördert Reflexion, ein Kernelement pflegerischer Professionalität
  • Er unterstützt Selbstständigkeit und verantwortungsbewusstes Handeln
  • Er stärkt das Teamgefühl, weil Wissen sichtbar geteilt wird

Und vor allem:
Der Gallery Walk macht deutlich, dass Pflege mehr ist als Handlung – sie ist eine interpretierte, begründete, reflektierte Profession.